Städtische Sparwut: Aus für Grundschule in Loh
Wenn fehlende Familienförderung und städtische Sparwut zusammen auftreten, lässt sich dies beispielsweise an der Grundschule im südlichen Dortmunder Stadtteil Loh beobachten: Aufgrund niedriger Anmeldequoten und dem Zwang, aufgrund des durch die SPD verursachten Haushaltsloches von über 150 Millionen Euro Einsparungen vorzunehmen, ist die Schließung der Schule seit längerem beschlossene Sache und wurde mit einem Abschlussfest am vergangenen Samstag (30. Juni) nun auch umgesetzt.
Damit endet die 99-jährige Geschichte einer Schule, die Generationen von jungen Menschen aus der näheren Umgebung aufgezogen hat – notwendig war die Schließung aber nicht: Statt an den Kindern, deren Förderung höchste Priorität haben sollte, Einsparungen vorzunehmen, wären beispielsweise an städtischen Prestigeobjekten oder Multikulti-Projekten wesentliche größere Beträge einzusparen. Neben der weitreichenden Tradition der Schule müssen Kinder aus Loh ab sofort einen wesentlich weiteren Schulweg aufnehmen, der den Jungen und Mädchen im Alter zwischen 6 und 10 Jahren nur schwer zugemutet werden kann.
Während noch vor wenigen Jahren in nahezu jedem Vorort und Stadtteil eine eigene Schule bestand, sinkt die Zahl – insbesondere die der Grundschulen – stetig weiter. Durch die damit einhergehende Zentralisierung des Bildungswesen auf größere Lernanstalten wird nicht nur der Unterricht der in der Regel wesentlich größeren Klassen erschwert, sondern auch die Bekanntschaftsverhältnisse zwischen Eltern und Lehrern, die gerade bei Grundschülern von hoher Bedeutung sind, erschwert. Statt miteinander vertraut zu sein, wie es bei dörflich gelegenen Stadtteilen üblich ist, setzt bereits in der Grundschule die Anonymität der Großstadt ein – eine Entwicklung, die schädlich für den Nachwuchs ist, insbesondere in einer Zeit, in der jede Art von Gemeinschaftsgefühl als schädlich angesehen und gleichzeitig der Individualismus gepriesen wird.






