Flugblattverteilung und Saalveranstaltung zum Gedenken an die Bombenangriffe auf Dortmund
Am Freitag, dem 12. März, gedachten nationale Sozialisten in Dortmund den Opfern der alliierten Bombenangriffe in der Endphase des 2. Weltkriegs, bei dem tausende Menschen getötet, zehntausende verwundet und hunderttausende obdachlos wurden.
Gegen 18.30 Uhr verteilten etwa 50 Aktivisten vor der Reinoldikirche Flugblätter, in denen der Ablauf des Angriffes am 12. März 1945 geschildert, sowie über die kriegstreiberische Politik der USA aufgeklärt. Gleichzeitig wurde auf die aktuellen Aggressionen hingewiesen und verdeutlicht, dass sich die Weltbrandstifter in den letzten 65 Jahren nicht verändert haben.
Nach einer halben Stunde erschien die Polizei mit zahlreichen Streifenwagen und versuchte, die Personalien der Flugblattverteiler festzustellen und das Verteilen zu unterbinden, was allerdings misslang. Es folgte die – mittlerweile übliche – Diskussion seitens der Polizei, die behauptet, eine Flugblattaktion sei anmeldepflichtig und stelle eine Versammlung dar. Trotz dem Störversuch konnte die Verteilung gegen viertel vor acht erfolgreich abgeschlossen werden, nachdem alle Flugblätter an die Bürger gebracht waren.
Im Anschluss fand eine Saalveranstaltung statt, bei der den Teilnehmern ein Video vorgeführt wurde, in dem Zeitzeugen ihre Erlebnisse im Bombenterror erzählten. Weiterhin wurden drei Redebeiträge gehalten.
Ein Aktivist aus Dortmund referierte über den Ablauf des schwersten Angriffes am 12. März 1945, sowie dessen Nachwirkungen. Hierbei machte er deutlich, dass keinerlei militärische Notwendigkeit bestand, die Stadt Dortmund zu bombardieren. Wie in Dresden lag das Ziel der Alliierten in einer maximalen Vernichtung der deutschen Zivilbevölkerung.
Hiernach sprach ein Vertreter freier Nationalisten aus Hamm, der ausführlich auf die Chronik alliierter Bombenangriffe auf das Ruhrgebiet einging und ausführte, welche Ziele durch diese verfolgt wurden. So galt es, die struktur- und wirtschaftsstarke Region durch Bombenangriffe zu schwächen und gleichzeitig mit Massenbombardements die Moral bei der Bevölkerung zu brechen. Beendet wurde sein Redebeitrag mit einer Auflistung der offiziellen Bombenopfer in den einzelnen Ruhrgebietsstädten.
Beendet wurde die Veranstaltung mit der Ansprache eines Leipziger Aktivisten, der allen Teilnehmern noch einmal vor Augen führte, welche Qualen die Bombardierten erlitten. Weiterhin appellierte er an jeden einzelnen, seinen Kampf fortzuführen und für ein freies Deutschland einzutreten.
Im Anhang befindet sich ein Berich über die Bombenangriffe auf Dortmund, sowie der Polizeipresse-Bericht über die Verteilaktion vor der Reinoldikirche, bei der – nicht zuletzt durch das hohe Polizeiaufgebot – das Interesse zahlreicher Passanten geweckt wurde, die Flugblätter gerne annahmen.
Zusammenfassung der Bombenangriffe auf Dortmund
Am 5. Mai 1943 begannen die alliierten Luftangriffe auf die Stadt Dortmund. Bereits die ersten Großangriffe am 5. und 23. Mai 1943 erzeugten über 9000 Brände, töteten 1300 Menschen und machten über 130.000 obdachlos. Betroffen waren vorerst hauptsächlich die südlichen und südöstlichen Stadtviertel.
17 Monate später, am 6. Oktober 1944, folgte ein weiterer Großangriff. Innerhalb von 40 Minuten wurden über 60.000 Menschen obdachlos und über 1000 verloren ihr Leben. Zu diesem Zeitpunkt ahnte noch niemand, dass ein weitaus schlimmerer Angriff bevorstehen könnte.
Am 12. März 1945 – der Krieg war schon lange entschieden und die deutsche Wehrmacht überall auf dem Rückzug – flogen 1069 alliierte Flieger über Dortmund und warfen 5000 Tonnen Sprengbomben über der Stadt ab. Bei dem 43 Minuten dauernden Angriff, der um 16.24 Uhr begann, starben offiziell 6341 Menschen. Die wirkliche Zahl dürfte aber weitaus höher sein, da es sich bei dieser Angabe nur um die standesamtlich beurkundeten Todesfälle handelt. Wie beispielsweise in Dresden ist die Zahl derer, die unter den Trümmern verbrannten oder nicht mehr identifiziert werden konnten, nur zu schätzen.
In mehreren Wellen flogen allliierte Bomber in verschiedene Stadtbezirke und versenkten ihre tödliche Fracht – häufig noch bevor die Bevölkerung in die Luftschutzräume fliehen konnte. Die ersten Angriffe richteten sich auf Ziele im Südosten, wobei der Verschiebebahnhof Dortmund-Süd zerstört wurde.
Kurz darauf folgte der Hauptangriff, der um 16.30 Uhr seinen Anfang fand. 159 Lancaster-Maschinen warfen in den kommenden 35 Minuten etwa 750 Tonnen Spreng- und Brandbomben auf Ziele im Norden und Westen von Dortmund. Unterstützt wurden sie dabei von weißen und roten Rauchmarkierungen, die im Bereich der Zielzone abgeworfen wurden. Da an diesem Tag eine geschlossene Wolkendecke über Dortmund lag, war es also auch theoretisch nicht möglich, gezielt auf militärische Einrichtungen Bomben abzuwerfen (sofern es zu diesem Zeitpunkt noch nennenswerte Einrichtungen gab). Die Bomben trafen hauptsächlich die Zivilbevölkerung und schlugen in Wohngebieten ein.
Für die Überlebenden dieses Luftangriffes, der zu den schwersten im zweiten Weltkrieg zählte, bat sich ein Bild der Zerstörung. 70 % aller Häuser waren vernichtet, der gesamte Stadtkern in Schutt und Asche gelegt. Von den Häusern am Hansaplatz oder dem historischen Rathaus blieb nichts anderes als ein großes Trümmerfeld übrig. 95% der Innenstadt waren zerstört. In der Dortmunder Stadtchronik heißt es dazu „Dortmund hatte damit sein städtebauliches Gesicht, das in der Zeit von 1890 bis 1930 entscheidend geprägt worden ist, im Hagel der Bomben völlig verloren.„ Ebenfalls zerstört wurden sämtliche Verkehrsmittel, sowie die komplette Strom-, Wasser und Gasversorgung. Auch das Kanalisationsnetz war nach dem 12. März 1945 nicht mehr funktionsfähig.
Wie wahllos die Bomben abgeworfen wurden, verdeutlicht eine Auswertung der Radaraufnahmen, die belegt, dass die 3. Bomberflotte ihre Abwurfmunition auf dem Gebiet der Westfalenhallen bis zum Stadtteil Fredenbaum gestreut hatte. Dazwischen liegt die gesamte Dortmunder Innenstadt.
In einem Nachtrag zur Abendmeldung des Luftwaffenführungsstabes vom 12.3.1945 heisst es:
Dortmund: 16.20 Uhr – 17.12 Uhr: Bisher 7500 Sprengbomben, 100.000 Brandbomben
Bisher schwerster Angriff auf gesamtes Stadtgebiet.
Schwerpunkte: Süd-, Ost- und Nordteil. Mehrere Gross-, 50 Mittelbrände.
Verkehrsschäden: Schwere Verkehrsschäden. Bahnhof Dortmund-Ost schwer getroffen.
Gebäudeschäden: Im Süd-, Ost- und Nordviertel fast alle Strassen durch Bombentrichter und Schuttmassen verschüttet bzw. unpassierbar. Bisher 79 Häuser zerstört 137 Häuser schwer, 143 Häuser mittelschwer, zahlreiche Häuser leicht beschädigt.
Personenverluste: Bisher 23 Gefallene, 180 Verwundete, zahlreiche Verschüttete.
Viele Luftschutzräume getroffen
Anzumerken ist, dass diese Meldung unmittelbar nach der Bombardierung erfolgte und sich das wirkliche Ausmaß erst in den nächsten Tagen offenbarte.
Den Befehl zur Zerstörung von Dortmund gab Arthur Harris. Er setzte den scheußlichen Plan eines gezielten Bombenterrors gegen die Zivilbevölkerung in die Tat um und trugt auch die Verantwortung für das Auslöschen der Stadt Dresden, wo in einer einzigen Nacht über 250 000 Menschen – hauptsächlich Frauen und Kinder – ihr Leben ließen.
Eine Überlebende des Angriffes, schrieb ihrem Mann, der an der Front kämpfte, in einem Brief folgende Zeilen:
In der Zeit von 48 Stunden zwei schwere Terrorangriffe. Der erste am 10.3. nachmittags um 3, der 2. am 12.3. nachmittags um 4 Uhr. Ferdi, der 6. Oktober war furchtbar, aber gar nichts zum 12. März. Es ist amtlich bekannt gegeben, dass dies der schwerste und brutalste Angriff war, den jemals eine Stadt während des Krieges mitgemacht hat. Fünftausend Tonnen Bomben soll der Amerikaner über unsere Stadt ausgeschüttet haben. Es dauerte eine dreiviertel Stunde und nur Bomben auf Bomben und immer Teppichabwürfe. Dortmund wurde vom Osten, Süden und Westen angeflogen. Dortmund war einmal.- Der Hauptangriff hat dem Süden, Südwesten, Union, Hoesch, Bahnhof gegolten. Die Märkische Strasse, Rheinische Strasse und fast alles droben ist nur ein frisch gepflügtes Feld. Da steht kein Stein mehr auf dem anderen. HundertausendMenschen müssen Dortmund verlassen, weil hier keine Lebensmöglichkeit mehr besteht. Kein Wasser, kein Licht und keine Lebensmittelzufuhr Die Ausgangsstrassen sind sämtlich durch Bombentrichter unbefahrbar und alle Brücken hin.
Als einen Tag nach dem schwersten Bombenangriff ein britisches Aufklärungsflugzeug Luftbilder der Stadt anfertigen sollte, war dies unmöglich. Noch immer zogen Rauchschwaden der brennenden Häuser auf, die den Himmel verdunkelten.
Wer dachte, dass nach diesem zerstörerischen Angriff der Terror gegen die Dortmunder Bevölkerung vorbei wäre, irrte sich: Noch am selben Tag, dem 13. März 1945, wurde die Stadt erneut zum Opfer der britischen Royal Air Force. Bei diesem Angriff wurden hauptsächlich Ziele im Dortmunder Norden angegriffen. In den folgenden Tagen folgen immer weitere Angriffe auf die Stadt, obwohl diese bereits in Trümmern liegt. Nachdem die Zivilbevölkerung bei den vorangegangenen Angriffen stark dezimiert wurde, richteten sich die folgenden Attacken gegen die wenigen verbliebenen Bahnhöfe und die letzten Industrieeinrichtungen. Das diese die vorherigen Bombardierungen überstanden, verdeutlicht den wahllosen Abwurf von Bomben über der Stadt, bei dem es kein militärisches Interesse gab, sondern eine totale Vernichtung das Ziel war. Bis zum 13. April 1945, als Dortmund in die Hände der alliierten fiel, kam es nahezu täglich zu weiteren Bombardements, die ein Überleben in der völlig verwüsteten Stadt erschwerten. Wie schwer die gesamte Zerstörung war, wird bei einem Blick auf die Bevölkerungsstatistik deutlich: Vor dem Krieg wohnten in der Stadt über 540.000 Personen. Am 13. April 1945 waren es nur noch 340.000, also über 200.000 weniger als am Kriegsbeginn. Nach der Besatzung hatten die britischen Besatzer sogar kurzzeitig überlegt, die Stadt außerhalb der historischen Innenstadt wieder neu zu errichten, da ein Wiederaufbau in Anbetracht des Trümmerfeldes unmöglich erschien.
Polizeipresse: Flugblattaktion rechter Aktivisten
Eine Gruppe von circa 30 Personen des rechten Spektrums verteilte heute Abend, 12. März 2010, 18.50 Uhr, in der Dortmunder Innenstadt vor der Reinoldikirche Flugblätter.
Die Beamten vor Ort werteten die Aktion dieser Personengruppe als nicht angemeldete Versammlung.
Nach anfänglichem Zögern kamen die Versammlungsteilnehmer den Weisungen der Polizei nach.
Um 19.45 Uhr löste sich die Gruppe ohne weitere Vorkommnisse auf.
Gegen die Verantwortlichen der Flugblattaktion wird Strafanzeige wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Versammlungsrecht erstattet.






